VYRO – Zweifach-Kurbel mit integriertem Umwerfer und Kettenführung

Ich bin auf ein ziemlich interessantes Projekt gestoßen. Es geht um die Neu- oder Weiterentwicklung des bestehenden Kurbel- bzw. Schaltungskonzepts. Ich stehe neuen Ideen zum Thema Kettenschaltung immer sehr offen gegenüber, weil der Antrieb über Kette und die Kettenschaltung zu den ältesten Entwicklungen an unseren Mountainbikes zählen. Und dennoch hat es sich über die Jahre kaum verändert. Klar, die Schaltungen, Umwerfer und Kurbeln wurden verbessert, um schneller und effizienter zu schalten, das Gewicht wurde reduziert und weitere kleine Verbesserungen sind in der Zeit hinzu gekommen. Aber am entscheidenen Grundprinzip hat sich nie etwas geändert.

Bis jetzt. Denn zurzeit entwickelt Gregor Schuster (Erfinder des Snowbike „Sledgehammer“) eine neue Kurbel, die den Umwerfer überflüssig macht. Außerdem wird keine Kettenführung mehr gebraucht, da die Kette bereits präzise auf dem Kettenblatt geführt wird und nicht abspringen kann. VYRO ist der Name der Geschichte.VYRO Kurbel

Wie soll das Ganze funktionieren? Ein gibt ein kleines und ein großes Kettenblatt. Das kleine ist ganz normal, wie man es von seinem eigenen Bike kennt, fest montiert. Das große Kettenblatt dagegen, und das ist das neue, ist in vier gleiche Teile segmentiert. Wie passiert der Gangwechsel? Die Segmente des zweiten Gangs werden im freien Bereich in die Flucht der Kette geschalten. Genau dort, wo die Kette den Zahnkranz freigibt und zur hinteren Kassette läuft.

Die Funktionsweise wird in diesem Video dargestellt:

Wie die Kurbel bzw. der Gangwechsel angesteuert wird, ist derzeit noch ein Geheimnis.

Bisher gibt es drei funktionierende Protoypen. Die Idee steht nun im Übergang zur Serienfertigung bzw. zur Vorbereitung der Serienfertigung. Die zweite Besonderheit des Projektes betrifft die Finanzierung. Gregor Schuster konnte nicht genügend Investoren gewinnen, da diese oft nur auf bereits Vorhandenes setzen wollen und die Entwicklung neuer Produkte scheuen. Daher soll das Projekt teilweise über das sogenanntes Crowdfunding finanziert werden. Das heißt, dass jeder User, Biker, Fahrradfahrer oder wie auch immer sich mit einem Betrag beteiligt. Und auch eine Gegenleistung erhält, nämlich ab März 2013 die VYRO Kurbel im Wert von 399 Euro für einen Spendenbetrag von 208 Euro. Man muss aber nicht mit 208 Euro anfangen, als Spendenminimum sind 58 Euro angesetzt. Das klingt auf den ersten Blick nicht gerade wenig. Auf der Website von VYRO ist das Vorgehen sehr gut erläutert.

Man erhält weiterhin lebenslang 50% Rabatt auf alle Produkte, die die Firma später fertigen wird, sollte das Projekt erfolgreich sein. Denn auch das muss gesagt werden: Ein Restrisiko bleibt. Bisher gibt es drei funktionierende Prototypen. Aber ob der Markt das Produkt später auch annehmen wird, kann nicht mit 100%iger Sicherheit vorausgesagt werden.

Mich hat die VYRO überzeugt. Ich finds einfach einen cleveren Ansatz. Und da die großen Bikefirmen die Sache nicht unterstützen wollen, springe ich gerne mit ein paar Kröten ein. Schauts euch einfach mal an und bildet euch ein eigenes Urteil. VYRO

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