Singlespeed und Fixie – Ist der Zug schon abgefahren?

Singlespeed (SSP) und Fixie – ich denke, der Großteil der Leser hier weiß mit diesen Begriffen etwas anzufangen. Für alle anderen folgt hier noch mal eine kurze Erklärung, die Wissenden können einfach beim nächsten Absatz weiter lesen. Singlespeed (Abkürzung SSP) steht für eine Ein-Gang-Philosophie. Man hat an der Kurbel nur ein Kettenblatt, und hinten nur ein einziges Ritzel. Keine Schaltung, keine Schalthebel, kein Umwerfer. Allerdings noch einen Freilauf. Dieser fehlt beim Fixies komplett. Das bedeutet, dass die Pedale sich ständig mitdrehen. Daher sind Fixies nur für geübte Fahrer zu empfehlen, da mit den Beinen gebremst werden muss.

Mit einem Gang zu fahren, zieht zwangsläufig den Verlust von Komfort nach sich. Dieser Verlust kann gewollt sein, denn dadurch stellt sich ein ganz neues/anderes Fahrgefühl ein.  Manche Fahrer dieser Fahrräder wollen einfach nur hip sein, so zum Beispiel der Großteil von den Leuten, die in Berlin mit ihren Fixies rumfahren (abgesehen natürlich von den Kurierfahrern).

Aber nun zum eigentlichen Thema des heutigen Blog-Eintrags. Mir fällt mehr und mehr auf, dass immer weniger Ein-Gang-Räder unterwegs sind. Ist es doch nur ein Trend gewesen? Sind Fixie-Fahrer sogenannte Trend-Huren? Leute, die auf den Trend-Zug aufspringen, ihn reiten bis zur Extase, und ihn danach einfach in die Ecke schmeißen? Aus den Augen, aus dem Sinn?

Zumindest für mich weißt ein Ein-Gang-Rad einige Vorteile auf:

  • Fahrrad wird deutlich leichter
  • kein/wenig Wartungsaufwand
  • besonderes/befreiendes Fahrgefühl

In einer Stadt wie z.B. Braunschweig braucht man keine Schaltung. Wofür? Es gibt keine nennenswerten Erhebungen. Wozu also schalten? Dazu kommt, dass die meisten Menschen, die eine Schaltung am Fahrrad haben, eh immer im selben Gang fahren. Die fahren also schon Singlespeed ;-).

Ich selbst habe mir ein Stadt-SSP aufgebaut. Ein alter Stahlrahmen von ’94 von Specialized, Modell Rockhopper, mit Starrgabel. Dazu einen leichten Laufradsatz und dicke Mountainbike-Reifen, um noch etwas Dämpung zu haben und für Schnee und Eis gerüstet zu sein. Außerdem liebe ich das Geräusch von dicken MTB-Reifen auf Asphalt :-). Vorne fahre ich 44 Zähne, hinten 16. Top Übersetzung, könnte nicht besser sein. Letztens bin ich mit dem Bike meine Hausrunde durch den Wald geballert. Das hat saumäßig Spaß gemacht! Anfangs hab ich instinktiv immer wieder die Schalthebel gesucht. Aber schon nach wenigen Kilometer hatte ich mich daran gewöhnt. Es ist wirklich ein super Fahrgefühl, weil man keinen Gedanken mehr an die Schaltung verbummelt, sondern sich einfach nur auf den Weg, das Bike und das Fahren konzentriert. Ich kann es nur empfehlen, probiert es aus!

So, zurück zum Thema. Was meint ihr? Ist es wirklich nur ein Trend gewesen? Werden wir bald gar keine SSPs und Fixies mehr sehen?

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